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Messie-Syndrom: Was steckt wirklich dahinter? | mit Expertin Sandy Kaiser

Shownotes

Ist das noch Unordnung oder schon ein Messie-Syndrom?

Verena spricht mit Sandy Kaiser, die seit Jahren im Rahmen des H-TEAM e.V. mit Betroffenen arbeitet. Gemeinsam räumen sie mit Vorurteilen auf und erklären: Woran erkennt man es wirklich? Braucht es immer eine offizielle Diagnose? Und vor allem: Wo findet man Hilfe?

Hilfsangebote aus der Folge:

Kontakt zum H-TEAM e.V.: www.h-team-ev.de Direkter Kontakt zur Ambulanten Wohnraumhilfe: ambulant@h-team-ev.de Messie-Hilfe-Telefon: 089 – 550 64 890 (Di 9–12 Uhr, Do 15–18 Uhr)

Das Messie-Hilfe-Telefon ist zu 100 % spendenfinanziert. Wir brauchen zur Fortführung Unterstützung und freuen uns über jede Spende!

Spendenkonto H-TEAM e.V.: IBAN DE38 7016 9466 0000 7034 78 Bitte geben Sie als Verwendungszweck "Spende MHT" an.

Ordnungsexpert:innen findest du auf unserer Webseite: https://ordnungswelt.com/experten-finden/

*Diese Episode stammt aus unserem YouTube Video: https://youtu.be/xjIRYxP9pO0 Mehr Videos rund um Ordnung und Mental Load findest du auf unserem Kanal: https://www.youtube.com/@Ordnungswelt

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Mach den Test und lass dir vom Ordnungsnavi den Weg zeigen: https://ordnungswelt.com/ordnungsnavi/

Bock, Ordnung nicht mehr allein schaffen zu müssen? https://ordnungswelt.com/der-club/

Fragen oder Themenwünsche könnt ihr gerne per Mail zuschicken: info@ordnungswelt.com

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Transkript anzeigen

00:00:00: dass was im Inneren einfach schon Chaos ist, zeigt sich halt in unseren vier Wänden.

00:00:04: Wenn ich ganz ehrlich bin so viele unserer Klienten haben keine Diagnose!

00:00:10: Es ist eine Person da die ein Problem

00:00:13: hat

00:00:13: und dieses Problem schafft sie nicht alleine zu bewältigen.

00:00:17: Das kann so eine starke Belastung sein weil man ja darüber nicht reden kann.

00:00:22: Auch wenn es manchmal ausweglos scheint gibt es meistens eine Möglichkeit der Hilfe.

00:00:30: Boah, bin ich ein Messie und um Gottes Willen komm hier nicht rein!

00:00:34: Das sieht aus wie bei Messies... ist nicht der Fußballspieler, sondern das sagen wir wenn es bei uns besonders unordentlich ist.

00:00:42: Dahinter steckt aber noch was ganz anderes und ich möchte heute zusammen mit Sandy Kaiser vom H-Team ein bisschen hinter diesen Spruch dieses gesellschaftliche Narrativ möchte ich etwas mehr schauen um ein bisschen Verständnis zu zeigen dass wir das nicht einfach so hinwerfen sollten denn Messi hat nicht einfach was mit oh meine Umgebung ist ein bisschen unordnlich zu tun.

00:01:07: steckt noch viel mehr dahinter.

00:01:08: und herzlich willkommen zu dieser Ordnungsweltfolge, zu diesem Podcast.

00:01:14: Ich freue mich sehr dass ich Sandy da habe und da so ein bisschen tiefer in dieses Bild einsteigen kann um auch das Verständnis einfach zu erzeugen innerhalb unserer Gesellschaft.

00:01:26: und deswegen let's go!

00:01:27: Herzlich Willkommen liebe Sandy.

00:01:29: Herzlichen Dank für die Einladung.

00:01:31: Ja,

00:01:31: ich hab ein super spannendes Thema heute mit dir zu besprechen und ich weiß gar nicht ob diese Stunde reicht weil ich habe so viel Fragen.

00:01:37: Das glaub' ich auch nicht.

00:01:39: Beziehungsweise hast du wahrscheinlich auch soviel zu erzählen Weil es geht heute um die Aussage Boah!

00:01:44: Ich bin ja so'n Messi Und das ist eine gesellschaftliche Aussage Die wir hören im Kontext von Okay meine Wohnung ist nicht aufgeräumt Mein Gott was bin ich für'n Messie?

00:01:57: Bevor wir kurz einsteigen, wer dann du bist und was du eigentlich machst.

00:02:00: Und was die Organisation tut in der Du arbeitest... Was genau steckt hinter dieser Aussage?

00:02:05: Und was genau ist denn auch einmäßig?

00:02:08: Ich weiß gar nicht ob man das in zwei Minuten mal zusammenfassen kann so!

00:02:12: Ich find das ganz lustig, ich hab ja nämlich jetzt Quark hat gerade Argentinien gespielt und Messi ist auch ein ganz besonderer Spieler von Argentinian.

00:02:20: Und ich finde es ganz spannend dass dadurch das Wort vor allen Dingen wenn man das in die Suchleiste bei Google eingibt dann ganz schnell aufgedröselt wird Denn leider Gottes beschimpft sich er tatsächlich sogar schon Kind und Kegel Wenn es irgendwie unordentlich ist oder übermäßig Unordentlich unauffgeräumt als Messi.

00:02:42: Also, die Kinder nehmen das ja auch schon in den Mund.

00:02:45: Und Sie sagen es über sich selbst?

00:02:46: Wenn der Standard des Aufräumens nicht auf dem Level ist wie sie sich das selber wünschen.

00:02:52: Egal wie das erst mal ist und das finde ich wirklich sehr interessant.

00:02:55: Woher kommt das also?

00:02:57: warum sagen wir in der Gesellschaft, boah bin ich ein Messi?

00:03:00: Naja wenn wir uns die Messi Symptomatik anschauen dann gibt es natürlich schon einen psychiatrischen Begriff der aufgenommen ist.

00:03:10: Allerdings, die Symptomatik an sich ist ja sehr diffus.

00:03:14: und tatsächlich wer bekommt wirklich eine Diagnose?

00:03:20: Und wie weit muss es erst kommen, dass man dies auch als Diagnosis nennen kann.

00:03:25: Also wir haben jetzt halt die Thematik pathologisches Horten, Zwangsstörungen und ähnliches.

00:03:31: letztendlich... haben wir einfach das Hauptproblem, dass sehr viele Personen unabhängig davon aus welcher sozialen Schicht, aus welchem Beruf oder ähnliches irgendwann mal an einen Punkt kommen können wenn einfach alles zu viel ist.

00:03:48: Und das zeigt sich dann ganz gerne im häuslichen Umfeld.

00:03:52: ob dann tatsächlich man sich dann Messi nennt oder nicht Es kann mit einem größeren übergeordneten Problem in Zusammenhang stehen.

00:04:01: aber

00:04:04: Woher kommt das Wort?

00:04:05: Also der Ursprung des Wortes.

00:04:07: Der Ursprungsprung

00:04:08: des Worts kommt aus dem Englischen, also letztendlich ist es einfach eine Begrifflichkeit die aufgegriffen wurde und den Namen dafür bekommen hat.

00:04:19: Aber wenn wir jetzt zum Beispiel auch unser Klientel anschauen, wenn du dir jetzt anschaust wie viele Klienten behandelt tatsächlich oder begleitet muss man ja sagen.

00:04:25: Begleitet der HTMLV in der ambulanten Wohnraumhilfe, wenn mal hundert Prozent Klientinnen im Jahr anschauen dann sind vielleicht fünf Prozent tatsächlich Personen die man wirklich mit dem Messysyndrom betiteln dürfte.

00:04:41: aber auch wieder wir dürfen keine Diagnosen stellen.

00:04:43: also

00:04:44: Jetzt muss ich einsteigen, in wer ist eigentlich wir.

00:04:47: Wer

00:04:47: ist Sandy?

00:04:48: Wer ist Cindy Kaiser und was genau?

00:04:50: Wer steht hinter dem Haar-Team?

00:04:53: Wir sind natürlich auf die Suche gegangen weil uns im Ordnungscosmos das Thema Messie beziehungsweise der Begriff usw.

00:05:00: oft über den Weg läuft Und wir würden das gerne mal so ein bisschen strukturieren und auch gerne wissen wer sind die Experten Was es überhaupt Expertise und wie weit sind wir schon mit diesem ganzen Thema?

00:05:12: Aber erstmal Wer bist du und was macht das Haar-Team?

00:05:15: Also ich bin Sendi Kaiser, ich bin Leitung der ambulanten Wohnraumhilfe.

00:05:20: Wir haben unser Konzept des Nahtmaßnahmenprogramms der ambulanten Wohnraum Hilfe im letzten Jahr nochmal komplett abgeändert weil auch wir also der Haartimev, der das bereits seit fünfunddreißig Jahren tatsächlich macht hat natürlich im Laufe der Zeit auch seine Erfahrungen machen dürfen mit entsprechendem Klientel.

00:05:41: und um da einfach die beste Hilfestellung auch zu sein, gab es da eine Veränderung unseres Modells.

00:05:49: Ich bin ganz stolz dass ich Heuer eigentlich in die Fußstapfen von meinem lieben Kollegen Wedigo von Wedeltreten darf.

00:05:56: der wird euch natürlich noch viel mehr aus dem Nähkästchen plaudern können was das alles so gab.

00:06:04: Ich denke, mit meinem Systemischen Aspekt, wenn ich mir die Situation in unseres Klientels anschaue habe da eine gute Möglichkeit ganzheitlich auf das ganze Thema auch zu schauen und die Möglichkeiten zu nutzen hier noch bessere Unterstützung zu sein.

00:06:22: Das

00:06:22: heißt was ist dein Hintergrund?

00:06:24: Ich bin Halb-Rectikerin für Psychotherapie und bin Systemikerin also tatsächlich... kurz gefasst, wenn man sich das anschaut.

00:06:32: Wir alle leben in einem System wir alle fungieren, agieren natürlich mit diversen Teilen und auch wir unser System.

00:06:39: Wenn man jetzt sagt okay wir wollen Struktur schaffen der ein oder andere braucht vielleicht ein System Und ja ich arbeite im htmv innerhalb der Maßnahme nicht therapeutisch sondern kann eigentlich so ein bisschen meine Kenntnisse einfach da noch mit einfließen lassen.

00:07:00: Denn unsere Maßnahme ist sozialpädagogisch begleitet und es ist uns auch ganz, ganz wichtig zu betonen dass wir sind halt vor Ort und arbeiten mit den Personen zusammen.

00:07:11: also das geht nicht darum dass wir von außen wie ein einfacher Putzdienst oder ähnliches tatsächlich arbeiten und ... Und eine Struktur

00:07:18: herstellen, in der die Person dann leben soll.

00:07:21: Genau, sondern wir begleiten sie durch die drei verschiedenen Phasen bestenfalls und nehmen unsere Klienten an die Hand.

00:07:27: Wir sind immer zu Gast!

00:07:29: Also das ist auch ganz wichtig und es geht nicht um schöner Wohnen.

00:07:33: Es geht darum dass die Personen selber sich zu Hause wohlfühlen können und bestenfalls es besser geht.

00:07:43: Und das Haar-Team macht aber noch viel mehr?

00:07:45: Also was steckt im H-Team noch drin?

00:07:47: Und ihr seid ja auch ein Verein, vielleicht da nochmal zu sagen.

00:07:50: Wie finanziert ihr euch und was grundsätzlich außer eben dieser Thematik die du gerade angesprochen hast, was bietet ihr noch an?

00:07:56: Der HTMV ist ein gemeinnütziger Verein und wir haben verschiedene Abteilungen, also mal unabhängig davon dass ich jetzt hier in der Funktion der ambulanten Wohnraumhilfe bin.

00:08:06: Haben wir natürlich auch die Schuldnerberatung Formundschaften Wir haben das Messie-Hilfe-Telefon was ein Projekt ist Was komplett spendenbasiert ist.

00:08:15: Also auch da dürfen und können Angehörige und Betroffene zu unseren Telefonzeiten einfach mal anrufen ohne sich zeigen zu müssen Mal nachhaken zu können was es so gibt.

00:08:26: Und die Sozialberatung ist natürlich auch eine Abteilung in unserem Verein.

00:08:34: Ja, so sind wir auf verschiedenen Füßen und jeweilige Abteilungen hat natürlich auch unterschiedliche Finanzierungsformen.

00:08:40: also die ambulante Wohnraumhilfe hat eine Leistungsbeschreibung mit der Stadt München und innerhalb dieser Leistungs-Beschreibung bewegen wir uns dann auch finanzierungstechnisch was auch in dem Falle meist, also wenn wir nach Paragraph-Schiebundsechzig SGB XII gehen für unsere Klienten heißt dass sie die Möglichkeit haben eine Maßnahme finanziert zu bekommen von der Stadt München.

00:09:02: Aber München?

00:09:03: Was ist es wenn ich jetzt aus Berlin komme?

00:09:06: Also der htmv unterstützt tatsächlich schon seit sehr vielen Jahren auch andere Städte... Diverse Anfragen von Fortbildungen, Vorträgen und ähnliches.

00:09:15: Also in den größeren Städten gibt es auch dort also wenn man natürlich nach Sozialgesetzbuch geht Personen in sozialen Schwierigkeiten die nicht alleine oder ohne Hilfe die Gefahr eines drohenden Wohnungs- oder Wohnraumverlust alleine stemmen können, haben theoretisch einen Anspruch.

00:09:38: Und nach diesem Paragrafen haben dann die Städte die Möglichkeit Maßnahmen anzubieten.

00:09:43: Wir haben in dem Fall eine Leistungsbeschreibung mit der Stadt München.

00:09:47: Es gibt allerdings auch gewerbliche Anbieter und umso kleiner oftmals der Stadt, die Stadt oder der Wohnort an den man sich dann wenden würde muss man dann sehen was es tatsächlich für Möglichkeiten gibt.

00:10:00: Aber auch hier also beispielsweise im Messiehilfe-Telefon... Einfach

00:10:03: anrufen?

00:10:04: ...braten wir und helfen dabei dass man die richtige Anlaufstelle finden kann ist eben entweder der Wohnorts Landratsamt Bürgerbüro und dann hat man bestfalls die Möglichkeit durch die Sozialarbeit eine Hilfe installiert zu bekommen.

00:10:19: Okay Jetzt existiert ihr wie lange schon

00:10:24: Der h-team gefeuert letztes Jahr.

00:10:27: Und aus welchem, also ich mein... Aus welchen Grund heraus hat sich das h-Team gegründet?

00:10:33: Weil er sich worum gab es vor Hundert Jahren noch nicht?

00:10:36: Das ist auch vielleicht nochmal interessant oder?

00:10:38: ich weiß nicht ob du das beantworten kannst aber

00:10:40: Ja tatsächlich ist es wahrscheinlich eine Frage die man eher meinem Kollegen stellen darf wer ja natürlich schon so viele Jahre einfach mit dabei ist.

00:10:49: Es geht immer darum Wir kommen dann und möchten die Möglichkeit bieten, Schnellhilfe zu leisten.

00:10:58: Und schnelle Hilfe ist gute Hilfe.

00:11:02: Der HTMV ist damals gegründet worden von Herrn Peter Peschel.

00:11:08: Und Herr Wedigo von Wedl ist dann zeitnah ganz bald auch mit dazugekommen und hat sich der Thematik der ambulanten Wohnraumhilfe damals noch Wohnungshilfe gewidmet.

00:11:20: Jetzt natürlich die Frage... Welche Personen melden sich bei euch?

00:11:24: Also was ... Ich als Person, wenn ich betroffen bin.

00:11:28: Was hab' ich für ein Problem, was für eine Herausforderung habe ich, dass ich das Gefühl hab', ich müsse... Ich bin jetzt an dem Punkt, ich muss mich mal bei euch melden!

00:11:38: Also was sind das für Menschen?

00:11:41: Da gibt es natürlich schon unterschiedliche Situationen und man darf immer nicht außer Acht lassen, dass wenn man an einem Punkt angekommen ist, von außen sich Hilfe dazu holt.

00:11:56: Dann ist man schon meist erst in einer prekäre Situation geraten, wenn jetzt beispielsweise wir bei uns eine Person bei der Stadt München einen Antrag stellt um Hilfe zu bekommen dann gibt es natürlich auch gewisse Bedingungen die erfüllt sein müssen so wie ich eben schon erwähnt hatte dass das da nach Paragraph Simon-Sechzig zu gehen hat und den Paragrafen natürlich aufgeführt ist was tatsächlich den Bedarf zeigt.

00:12:22: Wenn man sich die Problematik anschaut, dass Personen ab einem gewissen Punkt wirklich auch die Luft zum Atmen fehlt in ihrem eigenen Wohnraum.

00:12:31: Sie sich nicht mehr wohlfühlen dann folgen natürlich auch weitere Punkte wie Situationen das sie sich anfangen sozial zu distanzieren Dass sie sich so dermaßen zurückziehen dass sie auch nur noch sozusagen in ihren eigenen vier Wänden bleiben.

00:12:48: wir wohnen allerdings also.

00:12:51: Natürlich gibt es auch Eigentümer, aber irgendwann kann das einen Punkt erreichen dass wir alle also sowohl Mieter als auch Vermieter nicht mehr unseren Verpflichtungen nachkommen.

00:13:01: Und wenn man das Mietrecht anschaut dann haben wir uns natürlich dazu verpflichtet in unserem Wohnraum in einem gewissen Standard zu halten Aufgaben nachzugehen Handwerker müssen reingelassen werden, Hausverwaltung muss ablesen kommen können und dann haben wir natürlich auch Nachbarn.

00:13:19: Also sollte da irgendwann nochmal Geruchsbelästigung oder sonst was dazukommen?

00:13:23: Dann erfüllen wir nicht unbedingt die Hausordnung oder unsere Aufgaben als Mieter und das kann natürlich ein Problem für das Mietverhältnis werden.

00:13:36: Wenn es so weit kommt, dass beispielsweise schon eine Abmahnung erfolgt ist oder Beschwerden der Anwohner nicht mit Bewohner sondern der Nachbarn eben eingegangen sind.

00:13:48: Dann steht das Mietverhältnis auf dem Spiel und vor allen Dingen dann auch wenn es natürlich schon etwas später kommt haben wir die Anfragen nach Hilfe bestenfalls sind aber die Klienten in irgendeiner Form vertreten.

00:14:06: oder haben eine beispielsweise in München jetzt die Bezirksozialarbeit an ihrer Seite und aus anderen Gründen.

00:14:12: vielleicht aufgrund von Schulden oder anderen Themen im System, in der Familie und dabei kommt dann erst sozusagen die Problematik in der Wohnung noch mit dazu.

00:14:23: Weil was mir ganz wichtig ist es geht ja darum dass wir menschenwürdiges Wohnen herstellen möchten und leider Gottes oftmals natürlich auch in der Verbindung das die finanziellen Mittel vielleicht auch fehlen.

00:14:34: also kann sich vielleicht auch XY nicht unbedingt dann ein neues Bett leisten, neue Schränke leisten oder ähnliches.

00:14:44: Oder man muss ganz arg auf das Geld schauen dass man vielleicht gerade so über die Runden kommt und sich dann essen holt oder ähnlich ist.

00:14:50: Und wenn diese Personen dann bestenfalls schon irgendwo angedockt sind Dann haben sie eine hoffentlich gute Sozialarbeit, die auch andere Themen anspricht und nachhakt.

00:15:02: Und da kann dann auch noch entsprechende Hilfe sozusagen installiert

00:15:07: werden.".

00:15:11: eine komplett kleine Wohnung zu machen.

00:15:13: Auf gar keinen Fall!

00:15:14: Ganz genau, das möchte ich nämlich mal ansprechen.

00:15:17: Was ist genau das Ziel was ihr verfolgt mit euren Klienten?

00:15:20: Also

00:15:20: einerseits habe ich ja schon erklärt also wenn es tatsächlich schon Probleme gibt für das Mietverhältnis von Vermieterseite oder von der Hausverwaltung aus dann haben wir natürlich ganz oft konkrete Ziele.

00:15:32: da geht es darum die wollen rein stellen die wollen reinkommen können die möchten Handwerker reinschicken können.

00:15:38: Brandschutz muss gewährt Man muss ja heutzutage auch die Feuermelder immer wieder kontrollieren.

00:15:47: Dann sollte bestenfalls die Wohnung nicht so überfrachtet sein, dass Rettungswege nicht frei sind.

00:15:56: Es darf natürlich auch die Statik betreffend natürlich nicht zu überfüllt sein!

00:16:00: Das heißt, ihr geht da wirklich vor Ort, nehmt die Anforderungen quasi.

00:16:04: Die vom Außen dazu kommen auf vielleicht aber auch Anforderung aus den Inneren natürlich jemand das natürlich dann auch kommuniziert und dann schaut ihr okay Und wie kriegen wir das jetzt ganz konkret umgesetzt?

00:16:15: Wie gesagt es geht nicht um die therapeutische der therapeutischen Ansatz sondern wirklich Ganz konkret in die Umsetzung kommen.

00:16:22: und ich glaube Da haben ja die meisten auch wirklich eine Herausforderung.

00:16:25: weil wo fange Ich an?

00:16:27: also ich meine Frage kommt ja bei uns Und da reden wir nicht von Messys, sondern einfach Menschen die auch im ganz normalen Alltag mit viel, viel weniger Dingen schon sagen.

00:16:38: Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

00:16:39: es ist einfach soviel und jetzt doch diese Masse an Dinge dazu kommt kann mir vorstellen dass man einfach auch handlungsunfähig wird ne?

00:16:48: Ja Also man darf natürlich nicht außer Acht lassen, dass unter anderem auch das Prinzip nach dem Paragraf siebenundsechzig vorgibt.

00:16:58: Dass die Personen sich in einer akuten Problematik befinden und das aus eigenen Stücken alleine nicht schaffen.

00:17:08: Und jetzt unabhängig davon, ob man tatsächlich eine Diagnose im Krankheitsbild hat oder einfach nur in einer Ausnahmesituation sich gerade befindet – auch wir alle können mal eine depressive Verstimmung haben!

00:17:23: Es ist ein Familienangehöriger gestorben, man hat seinen Job verloren oder ähnliches.

00:17:27: Das bringt jeden anderen gesundenen Menschen auch gerne aus der Bahn und das zeigt sich halt oftmals ganz gerne zu Hause im Inneren.

00:17:37: also dass was im inneren einfach schon Chaos ist zeigt sich halt in unseren vier Wänden Und das kann einfach ein Fall dafür sein, dass man einfach nicht weiß wo man anfangen muss.

00:17:47: und wenn wir dann noch einen Top eine gewisse Trennungsproblematik haben.

00:17:52: Also für uns ist ja beispielsweise ganz, ganz wichtig wenn wir zu den Klienten... Wir machen immer einen Hausbesuch um erstmal so den Stand der Dinge erörtern und auch sehen zu können, wer steckt dahinter?

00:18:07: Und deshalb sind die Maßnahmen auch so individuell zugeschustert.

00:18:11: einerseits haben wir natürlich ne Zielvorgabe Andererseits spricht auf jeden Fall immer der Klient als unser Chef natürlich auch mit, wie kann er wieder Menschenwürdig leben?

00:18:23: Wie kann er sich wieder wohlfühlen?

00:18:25: und dann ist so der Versuch da die Strukturen, die bestenfalls schon vorhanden sind.

00:18:31: Und auch die Wünsche, wie man sich zu Hause wohl fühlen kann und möchte.

00:18:36: Dann sozusagen zu bringen das auf der anderen Seite natürlich auch das Mietrecht und der Vermieter dann zufriedengestellt wird.

00:18:43: Und da geht es erst mal immer ganz, ganz wichtig.

00:18:47: Immer Beziehungsaufbau!

00:18:48: Also unser allererster Schritt ist erstmal den Menschen hinter dem Papier also jetzt wenn wir jetzt vom Antrag oder der Bewilligung ausgehen die Person an sich wahrzunehmen

00:19:04: und zu sehen

00:19:05: mit

00:19:05: all den Facetten die wahrscheinlich

00:19:08: Wertfrei und wichtig ist.

00:19:09: wertfrei.

00:19:10: Ganz ganz wichtig, weil es ist ja meist immer schon eine extreme Scham einfach dahinter.

00:19:15: ich meine wen holt man sich denn generell überhaupt mit nach Hause?

00:19:18: Und wie toll findet man das auch immer wenn irgendjemand außenstehend ist dann noch mit reinkommen muss.

00:19:24: Ich glaube unabhängig davon, ob man tatsächlich ein Problem hat oder nicht.

00:19:28: Man möchte immer irgendwo ein gewisses Bild nach außen geben und Beziehungsaufbau ist da einfach A&O.

00:19:34: wir müssen uns richtig kennenlernen.

00:19:36: Da muss Vertrauen aufgebaut werden und dann gilt es so zusammen einen Maßnahmenplan zu finden wie man erstmal so das Hauptthema der Entfrachtung angeht, also Luft finden.

00:19:48: Wege finden in denen man überhaupt sich bewegen kann und atmen

00:19:51: kann

00:19:51: um dann sozusagen klein schrittig face-to-face mit den Wünschen und dem individuellen was halt in jedem Klienten einfach auch mit drin steckt Dann den Wohnraum so herzustellen dass es einfach wieder bewohnbar und lebenswert ist.

00:20:09: Wie lange ist so eine Betreuung?

00:20:11: Kann man das sagen im Schnitt?

00:20:12: Grundsätzlich haben wir das Maßnahmenmodell erweitert.

00:20:16: Wir haben verschiedene Phasen miteinander verknüpft, was vorher nicht so war.

00:20:20: Man musste vorher sozusagen die Nachbetreuung und die Nachsorge separat noch mal beantragen.

00:20:27: Was natürlich wenn man so die Bürokratie und das, was dahinter steckt mit betrachtet immer einfach sehr zaufer zeitaufwendig ist.

00:20:33: Und wenn ja die Leute dann endlich mal bereit dazu sind Hilfe in Anspruch zu nehmen, wie sagt man destabilisierend und auch entmutigend, wenn das alles so lange dauert.

00:20:47: Bestenfalls können wir innerhalb von diesen drei Phasen unseres Modells die Klienten wirklich nachhaltig von einem Jahr bis zu achtzehn Monate übergleiten.

00:20:57: am Anfang ist es ein bisschen mehr die akute Phase, wo wir erst mal gucken müssen, dass wir Platz zum Arbeiten finden auch.

00:21:03: Und dann geht es wirklich auch so in die Restrukturierung und die Begleitung, dass die Personen das bestenfalls irgendwann alleine wieder schaffen oder eben klar wird was braucht man um diese Person weiter so unterstützen zu können?

00:21:17: Das ist halt nicht wie das gleiche Ausmaß annimmt wie zu Beginn.

00:21:20: Das heißt ihr verbindet dann auch zu Sozialarbeitern.

00:21:26: gebraucht wird?

00:21:27: Also, unsere Maßnahme ist ja sozialpädagogisch begleitet.

00:21:30: Die Bezirk Sozialarbeit on top ist sozusagen die Sachbearbeitung und die Betreuung von der Stadt selber.

00:21:37: Und diese würden sozusagen nochmal andere Belange auch mit erörtern oder unterstützen.

00:21:43: Da sind wir auch im stetigen Austausch.

00:21:44: Um immer zu sehen, wie ist der Ablauf der Maßnahme?

00:21:47: Geht es auch so voran, wie man sich das vorstellt, braucht man mehr Zeit und wir sind sozusagen wirklich die helfenden Hände vor Ort, die die Personen richtig kennenlernen dürfen mit all den Themen, die da vielleicht noch mit einfließen, die nicht auf dem Präsentierteller sind.

00:22:06: Dann gilt es dann beispielsweise mit der Höfe, der Bezirk Sozialarbeit.

00:22:09: Das gibt ja auch gesetzliche Betreuer oder ähnliches, die dann auch mit drinnen sind.

00:22:12: Dass man sagt okay das ist jetzt Status X wir wollen gerne dauert hin und dass was in unseren Möglichkeiten steckt, das dabei unterstützen.

00:22:23: wir wissen allerdings und bekommen da natürlich auch so ein bisschen das Gefühl dafür was bestenfalls dann mit rein soll.

00:22:29: Also beispielsweise eine Eingliederungshilfe, betreutes Einzelwohnen oder eine Haushaltshilfe.

00:22:35: Wir haben ja nicht nur Klienten mit psychischen Leiden, wir haben auch Klientinnen mit körperlichen Leiden.

00:22:40: Man darf auch nicht vergessen dass so die Zeit in der wir leben, wir werden alle älter Aber wir sind alle irgendwie doch auch wieder viel mehr alleine als früher.

00:22:50: Es fehlt dieses Familienkonstrukt, das einen dann bestenfalls im Alter auch unterstützt.

00:22:55: und wenn dann da Personen die ihr ganzes Leben lang alleine gelebt haben, dann auf einmal an den Punkt kommen dass sie realisieren es geht halt einfach auch nicht mehr alleine bis dann natürlich wieder das klar geworden ist und dann irgendwann auch tatsächlich eine erste Hilfe installiert werden kann.

00:23:15: Dann müssen dann vielleicht noch die andere Dinge organisiert werden, wie Feststellung eines Pflegekrates.

00:23:20: Damit man halt überhaupt diesen Anspruch den die Personen haben auch irgendwo wieder umsetzen kann.

00:23:26: Und dann ist man ja schon an dem Punkt dass man in dieser Überforderung steckt und dann muss man sich mit diesem ganzen bürokratischen auch noch befassen.

00:23:34: das ist ja es kann ja nur eine unglaubliche Belastung sein einfach

00:23:37: Ja total okay vor allen Dingen wenn er ja auch so viel Scham ist.

00:23:42: Ja, und dann haben wir natürlich auch Klienten die dann doch vielleicht ein bisschen gravierendere Themen haben.

00:23:49: Unabhängig davon ob das jetzt tatsächlich traumatische Erlebnisse sind oder eine feste Diagnose in einem anderen psychischen Aspekt, dass sie aus ihrer Haut rauskommen können.

00:24:01: Schwierig!

00:24:05: Es ist ja schon ein Krankheitsbild.

00:24:07: Ist es richtig?

00:24:08: Kann ich das so beschreiben?

00:24:11: Weil,

00:24:11: ich find es nämlich sehr schwierig.

00:24:13: Man wirft ja eben diesen Begriff einfach so hin und was heißt das jetzt eigentlich?

00:24:18: Also ist man dann krank?

00:24:20: Kriegt man da eine Diagnose?

00:24:22: Und geht's los mit ... Ich kann Hilfe beantragen?

00:24:24: So einfach ist es natürlich nicht!

00:24:26: Nur weil ich viele Dinge hab, bin ich kein Messi also... Was ist da einfach um den Begriff herum, was ist wichtig zu wissen auch als Mensch wie ich der das ganz oft hört aber sicherlich kein Experte ist und das auseinanderbringen kann.

00:24:41: Was muss man wissen zu diesem Begriff zum Thema Krankheit, Diagnose

00:24:44: usw.?

00:24:47: Also wir Menschen brauchen immer irgendeine Überschrift oder eine Schublade in die wir etwas reinpacken können.

00:24:54: Und genau hier von versuchen wir uns eigentlich ein wenig zu distanzieren.

00:24:58: Denn ja ... Wir brauchen das um irgendwie Verständnis dafür zu bekommen.

00:25:03: worum geht es?

00:25:05: Aber Wenn ich ganz ehrlich bin, so viele unserer Klienten haben keine Diagnose.

00:25:11: Es ist eine Person da die ein Problem hat und dieses Problem schafft sie nicht alleine zu bewältigen.

00:25:17: Und aber dieses Problem ist schon in Bezug auf zu viele Dinge?

00:25:22: Ja!

00:25:23: im Haus.

00:25:24: Also das kann man schon sagen, da gibt es um zu viele Dinge und zwar so viele Dinge dass sowohl das eigene Leben als auch eben Wohnungen, Wohnraum usw.

00:25:33: in Gefahr ist.

00:25:34: Ja natürlich!

00:25:34: Das kann man ja

00:25:36: schon sagen.

00:25:36: Und es gibt allerdings also wenn wir da so tief ins Thema reingehen.

00:25:40: Ich glaube, es springt ein bisschen Zeit aber man kann da halt natürlich auch differenzieren.

00:25:44: Es gibt Personen die beispielsweise wenn man das in puncto zwangsstörung ansieht Die eine kaufsucht haben Also man wieder hier so'n bisschen das materielle sieht Da ist auch...da is irgendetwas wobei das Bedürfnis besteht, sich diese Dinge anzuhäufen und es sind dann aber in dem Falle komplett neue Dinge.

00:26:02: Neue Dinge, die nie ausgepackt werden!

00:26:04: Neue Dingen, die superordentlich strukturiert gestapelt sind und eventuell auch bis wir dann sozusagen so ein Maß überschreiten noch eigentlich einen festen Ort hatten.

00:26:13: Und dann kommt halt das gleiche dazu, dann kommt das gleich hier dazu oder wir haben tatsächlich diese Vermüllungstendenzen Wir haben Nass- und Trockensammler.

00:26:24: Am Ende des Tages ist das Problem da, dass zu viele Dinge die Person an sich in einem lebenswürdigen Bereich ein Wohnbereich einschrecken.

00:26:36: Und es kann so eine starke Belastung sein weil man ja darüber nicht reden

00:26:43: kann.

00:26:44: Es versteht ja keiner!

00:26:45: Weil wenn wir diesen Überperfektionismus immer... alle in uns haben und es muss eine gewisse Ordnung da sein.

00:26:52: Es muss einige gewisse Hygiene, es muss ne gewisse Sauberkeit einfach präsent sein.

00:26:58: Sonst wird man abgestempelt, sonst wird man

00:26:59: bewertet.".

00:27:01: Genau!

00:27:01: Und wir gerade in unserer Gesellschaft also während in den USA – man auch tatsächlich Tür und Tor noch ein bisschen weiter aufmacht und man hat dann nicht so die Scham….

00:27:09: Man besitzt auch viel mehr Dinge.

00:27:11: im Schnitt?

00:27:12: haben wir schon dieses deutsche Saubermann-Sauberfrau-Image, was es uns natürlich super schwer macht dann auch aufzumachen.

00:27:18: Und das ist ja genau der Grund warum wir hier sitzen.

00:27:20: Wir wollen ein neues Narrativ schaffen, dass es völlig okay ist überfordert zu sein und dass es die Auswirkungen, die oder die hat.

00:27:30: Und dass es Hilfestellungen gibt... Was ich jetzt interessant finden würde, aber wie bekomme ich denn eine Diagnose?

00:27:36: Weil niemand kommt zu mir nach Hause nämlich an.

00:27:41: Also so funktioniert es ja nicht.

00:27:44: Wir betiteln das Ganze eher als ein Symptom, dass sich uns zeigt.

00:27:47: Und aus was?

00:27:48: Dass dann tatsächlich Schluss folgert ist... Das ist meist ganz unterschiedlich!

00:27:52: Also es gibt wie immer schon gesagt haben natürlich Personen die in sich in einer depressiven Episode befinden.

00:27:57: da geht die Aktivität einfach zurück man hat keine Kraft mehr für das ganze und lässt einfach alles stehen und liegen.

00:28:03: und mach mal das halt ein paar Wochen in denen es dir einfach so im wahrsten Sinne des Wortes Scheiße geht.

00:28:08: Dann machst du zu Hause nichts.

00:28:10: Du machst halt so alles was nötig ist Du isst, du trinkst.

00:28:14: Du wäschst dich und du schläfst.

00:28:16: Und ansonsten gehst du wahrscheinlich, hast du gerade noch so ausreichend Energie, dem Tagesablauf der Arbeit nachzugehen?

00:28:22: Alles andere wird stehen und liegen gelassen.

00:28:23: Da macht das ein paar Wochen.

00:28:24: Das schützt bei jedem aus wie nochmal was.

00:28:28: Auf der anderen Seite haben wir natürlich ... umfänglich anschaut, dann sind wir ja alle kein unbeschriebenes Blatt.

00:28:35: Wir jeder haben Erfahrungen gemacht und Erlebnisse gehabt die uns in irgendeiner Form auch formen.

00:28:41: Es gibt ja auch komplett gegenteiliges Beispiel wenn man beispielsweise eine in einer Familie groß geworden ist wo alles sehr konsequent und strikt und strukturiert war im wahrsten Sinne des Wortes einfach durchgebrochen wurde.

00:28:58: Das gehört sich so, das macht man so und dann möchte man sich vielleicht auch irgendwann mal von diesen Ketten lösen.

00:29:04: also ich meine wir lernen alle ein Modell aber irgendwann rebelliert auch vielleicht das innere Kind.

00:29:08: und da gibt es so viele verschiedene Facetten dass am Ende des Tages sehen und nehmen die Personen Wie sie halt sind.

00:29:17: Aber wer nimmt die dann?

00:29:17: Also wer schaut sich das Gesamtbild an und wer diagnostiziert da tatsächlich, also wer darf es

00:29:22: auch?

00:29:22: Na ja wer darf, wer darf Diagnosen stellen?

00:29:24: das in die Erste.

00:29:25: Okay.

00:29:26: Also am Ende des Tages braucht es für jede Diagnose einen Arzt.

00:29:29: wenn es sich tatsächlich um die Messytomatik handelt Dann ist das natürlich ein Psychiater.

00:29:35: Es darf zwar theoretisch der Arzt aber am ende des Tages benötigt man natürlich Da wiederum die Offenheit, weil mich es gibt ja so viele Personen.

00:29:43: Die sind tatsächlich in Therapie oder in Behandlung.

00:29:46: aber so wie du gerade schon gesagt hast

00:29:48: wer geht denn nach Hause?

00:29:49: Ja genau!

00:29:50: Wer geht denn da nach Hause und sieht dann tatsächlich wie sie leben oder wie sie wohnen?

00:29:54: das merkt man nicht unbedingt und das ist vielleicht etwas was sozusagen on top geäußert wird.

00:29:59: ich habe letztes Jahr den Fachtag gehabt da durfte ich auch einem Psychiater zu hören.

00:30:05: Da gab es nämlich auch noch mal die Ausläufe, dass man sozusagen auch nochmal die ADHS-Thematik mit reingenommen hat.

00:30:12: Wenn man jetzt wird kurz angerissen einfach dieses unstrukturierte Einfachmal mit rein nimmt oder dieses Diffuse Man verzettelt sich gerne und vergisst dann eine Sache.

00:30:24: Man fängt eine Sache an und lässt die andere wieder bleiben wenn dir das Zuhause widerfährt Also wenn du da einfach im Grunde genommen anfängst, an der einen Stelle anzufangen... Es ist ja sowieso schon alles überladen.

00:30:35: Also es fällt jedem schon schwer sozusagen einen Anfang

00:30:38: zu finden

00:30:39: und dann hast du beispielsweise noch die ADHS-Thematik mit drinnen.

00:30:41: Dann bist du maßlos überfordert!

00:30:43: Zumal

00:30:43: das ja auch ein Spektrum ist.

00:30:45: Jeder hat ja so'n bisschen... also jeder ist ja mal und wie du schon sagst in Lebensphasen manchmal hat man eine Phase, in der es nicht möglich ist, die Dinge so zu durchlaufen, wie man sie eigentlich möchte mal so ein bisschen eine Theorie aufgestellt, dieses Thema individuelle Ordnung ist eigentlich so eine Zusammensetzung aus was es eigentlich mein Bedürfnis gibt.

00:31:04: Es gibt einen Grundbedürfnissen glaube ich das verändert sich auch aus meiner Sicht nicht so richtig.

00:31:09: also man hat ein Bedürfenes aber Ressourcen die man zur Verfügung hat.

00:31:13: Zeit spielt da ne große Rolle und eben ist man vielleicht auf dem Spektrum ADHS usw.

00:31:18: Also dass kann sehr intensiv werden.

00:31:23: Der dritte Punkt ist dann, in welchen Lebensumständen bewege ich mich gerade?

00:31:26: Habe ich Kinder oder ist grade mein Partner verstorben und so setzen sich die Dinge ja zusammen.

00:31:31: Und machen sie natürlich extrem komplex.

00:31:33: aber daraus entsteht die individuelle Ordnung.

00:31:36: Deswegen kann man das nicht mit einer Perspektive betrachten an der ZIT.

00:31:40: Wenn man generell diagnostisch etwas betrachten möchte, dann muss natürlich auch immer ein gewisser Leidungsdruck mit dabei sein.

00:31:47: Und solange es kein Leid für die Person an sich tatsächlich macht ... keine konkrete Diagnose tatsächlich machbar.

00:31:59: Und wenn eben eine Person, selbst wenn sie gerade in Behandlung ist und das vielleicht auch wegen anderen Themen hat nur wegen einer Depression oder auch nur wegen der Lebensumstände weil jetzt gerade etwas passiert ist mit dem man vielleicht so seelisch mental nicht zurechtkommt und man merkt dass es einem dabei nicht gut geht am Ende Die Person ist ja bei dem Therapeuten, bei dem Arzt zu Hause.

00:32:21: Ob dann tatsächlich der Raum, der Lebensraum da so thematisiert wird?

00:32:24: Ja

00:32:25: genau!

00:32:26: Deswegen sage ich übrigens immer die Kombination aus therapeutischer Begleitung plus einem Ordnungsexperten kann wahnsinnig hilfreich sein weil der Ordnungsexperte setzt mit um also der sitzt dann egal ob das jetzt unabhängig der Messie-Thematik aber Menschen hilft es den inneren Teil zu bearbeiten und dann gleichzeitig aber auch in die Umsetzung zu kommen und zu wissen, da ist jemand mit dem ich das machen kann.

00:32:53: Richtig!

00:32:54: Das ist im Grunde genommen aber auch so.

00:32:56: die Schwierigkeit per se.

00:32:57: also jetzt unabhängig ob das jetzt von euch... im Feld der Ordnungsexperten ist oder in unserem Fall.

00:33:04: Wir sind ja genau so.

00:33:05: keine therapeutische Maßnahme, wir arbeiten sozialpädagogisch begleitet, wir dürfen keine Diagnosen stellen und wir dürfen auch nicht werten oder ähnliches.

00:33:13: Also da muss man jede Person und jeden Klienten natürlich so nehmen wie er ist und vor allen Dingen die Ziele und die Wünsche in die richtige Richtung geben.

00:33:21: Und wir dürfen auf gar keinen Fall das zeigen wir bei uns in den Seminaren auch ganz gerne die Beispielbilder Auch in eurem Falle.

00:33:30: wahrscheinlich sind diese Resultate nicht unbedingt ansatzweise perfekt.

00:33:35: Und das ist genau das, was wir auch sagen?

00:33:37: Dieses Vorher-Nachher, was man auf Instagram kennt ... Nein!

00:33:39: Das ist für den Showeffekt aber in der Realität sieht es nicht so aus.

00:33:43: Aber der Klientel oder der Kunde, der sieht das dann natürlich... Für sich ist das schon ein Riesenerfolg nur lässt sich das halt nicht bebildern.

00:33:51: Was ich aber noch sehr interessant finde und wo ich schon gerne drauf eingehen möchte, du hast gesagt wenn es für die Person kein Problem ist.

00:33:59: Wir leben aber nicht nur für uns selber ganz oft, also wir leben halt in einem Konstrukt aus wie du sagst Vermietern und so weiter.

00:34:06: Aber dann kommen ja auch eben zum Beispiel Kinder dazu Partner dazu Sonstige Angehörige die sich ja schon auch sorgen um die Menschen.

00:34:15: das heißt dieses ganze Thema Wie gehe ich von außen an jemanden dran Der offensichtlich Für uns augenscheinlich offensichtlich ein thema hat Wenn das schon erkannt hat, ist eine Sache.

00:34:29: Aber wenn es eben noch nicht erkannt hatte... Also wie geht man da auch ran so dass man die Person nicht gegen den Kopf stößt?

00:34:35: Dass man trotzdem Dinge umsetzt also

00:34:40: Da muss man natürlich auch verschiedene Phasen oder auch Schwierigkeitsgrade betrachten beschreiben möchte, denn ja natürlich wenn ich für mich ganz alleine zuständig bin und mich nur um mich selber und meine vier Wände kümmern möchte und kann dann geht sowas meistens über Jahre.

00:35:03: Dann geht es ewig bis das irgendjemandem auffällt oder sonst was.

00:35:06: Tag ist meistens dann der Punkt irgendwann dass man sozusagen eher die Nachbarn- oder den Mieter stört wenn es auffält Wenn man in einem System wohnt, wenn man natürlich einen Partner hat.

00:35:16: Wenn man Kinder hat dann sind das auch nochmal unterschiedliche Punkte.

00:35:20: denn wenn man jetzt noch mal zurückdenkt wir unterstützen innerhalb der Maßnahme um menschenwürdiges Wohnen wiederherzustellen.

00:35:26: also wenn wir tatsächlich ein Mars erreicht haben wo Menschen würdiges wohnen nicht der Fall ist.

00:35:33: Und dann leben da noch andere Personen mit dem Haushaltsgeschweige, denn minderjährige Kinder... Dann haben wir natürlich auch nochmal eine andere prekäre Situation und auch eine andere Relevanz.

00:35:44: Denn vor allen Dingen minderjährigen Kindern müssen wir als Erwachsener diesen Raum schon geben können.

00:35:52: Da wird das alles ein bisschen ganz anders betrachtet in der Zusammenarbeit mit der Stadt?

00:35:58: weil wir da als Erwachsener natürlich auch Aufgaben nicht nur gegenüber Vermieterseite, sondern auch in die Verantwortung gegenüber unseren Kindern zu tragen haben.

00:36:07: Aber auch natürlich in einer Partnerschaft und das ist tatsächlich auch beim Missi-Hüffetelefon so dass wir natürlich auch Anrufe von Angehörigen bekommen ob das erwachsene Kinder sind oder ob das Partner sind.

00:36:19: und solange da keine Selbstwahrnehmung des Problems da ist, dann müssen wir alle tatsächlich ganz klar kommunizieren.

00:36:32: Jeder hat das Recht auf Verwalosung.

00:36:37: Jeder erwachsene Mensch hat das recht so zu leben wie er das möchte solange dabei nicht andere geschädigt werden.

00:36:45: und

00:36:46: Wow, okay.

00:36:48: Das ist eine absolute richtige Aussage.

00:36:49: aber wenn man das so auf den Punkt bringt, das klingt schon hart?

00:36:51: Ja, das klinkt

00:36:52: hart und es ist verantwortlich.

00:36:53: Aber das ist ja die Eigenverantwortung!

00:36:54: Eben drum... Und ich in meiner Beziehung muss natürlich dann auch irgendwann für mich Stellung beziehen, wenn ich merke dass das bis zu einem Punkt geht an dem ich nichts mehr ändern oder rütteln kann.

00:37:06: Wenn man natürlich den Krankheitsaspekt im Hintergrund tatsächlich sieht und er sozusagen bestätigt würde, dann darf man natürlich auch nicht als Angehöriger vergessen dass das etwas ist was einfach professionelle Hilfe braucht.

00:37:20: Es ist natürlich in der Position als Partner oder als An gehörige extrem zermürbend

00:37:27: und wir sind ja ehrlich.

00:37:28: also das ist ja auch oft wenn man sich streitet und so die Wortwahl ist halt auch so eine Sache und man wird ja schnell auch dann mal übergriffig.

00:37:35: Man will ja eigentlich nur das Beste für die andere Seite.

00:37:40: Wenn du reingehst mit ... mein Gott, das ist ja wie Messi hier.

00:37:43: Wie bei einem Messi.

00:37:45: Da hast du natürlich direkt eine Klatsche verpasst.

00:37:48: Natürlich!

00:37:48: Also wer macht da nicht zu?

00:37:50: Wer macht denn in einer Konfrontation und mit einer Beleidigung oder einer Diagnose-Stellung oder ähnliches nicht sofort zu?

00:37:58: Und sind wir ehrlich?

00:37:59: Zu sagen, du bist ein Messi oder ich bin ein Messi hat mittlerweile schon genau diese Tendenzen vor einer Bewertung.

00:38:09: Aber nichtsdestotrotz ist es natürlich immer so ein Zwischending, weil es gibt auch den Möglichkeiten selber irgendwie zu verstehen, worum es geht.

00:38:18: Irgendwann ist der Leidensdruck dann doch so groß, dass sie die Möglichkeit suchen nach Hilfe suchen und wenn man das eben nicht wieder in eine bestimmte Schublade oder Ecke packen kann, dann isst man ja eh wieder hilflos.

00:38:30: Es gibt das eine und es gibt das andere.

00:38:33: Das kann hilfreich sein aber es kann halt unglaublich verletzend sein und beleidigend sein.

00:38:39: Wie würdest du denn, also wenn ich jetzt eine Tochter und mein Vater oder meine Mutter sehe in ihren Wohnungen?

00:38:45: Und ich merke ihr geht's nicht gut.

00:38:47: Ihm geht es nicht gut.

00:38:49: Gibt es da etwas was ihr auch am Telefon vielleicht sagt Versuch doch das mal Oder gerade auch vor allem empathisch und offen und Du bist nicht falsch sondern Kann ich dir helfen?

00:39:04: Also es geht da natürlich um ein empathisches Auftreten und eine... eine offene Kommunikation.

00:39:13: Ganz wichtig, dass man wenn man tatsächlich vor hat ins Gespräch zu gehen das man immer aus Ich-Botschaften spricht also dass man eben vermeidet mit dem du du du und Entschuldigung dem Finger drauf zeigen sondern dass man aus seiner Sicht redet und dann das man danach wünschen oder zielen fregt.

00:39:31: Also wir haben ja beispielsweise Personen, die natürlich schon fest in ihrem Leben stehen und einfach auch Hobbys oder Dinge gemacht haben, die sie vielleicht dann an dem Punkt nicht mehr tun.

00:39:42: Also da können dann wenn die Küche so maßlos überfrachtet ist, dass man sehr einfach auch nicht benutzen kann, kann man natürlich schon auf den Zug aufspringen.

00:39:52: möchtest du nicht wieder deine Leute zum Panaster einladen?

00:39:54: Möchtest Du nicht wieder Deine Dinnershow oder ähnliches mit von, wie es war schon so lange keine Ahmet zu besuchen.

00:40:02: Also solche Dinge dass man halt einfach vielleicht auch gemeinsam versucht irgendwo ein Ziel auszumachen wo es dann hingehen darf oder wohin das gehen soll und ob der Person ist dabei gut geht, wie es jetzt ist oder ob man vielleicht Wege finden könnte.

00:40:20: Wie ist einfach ein wenig mehr Luft zum Atmen?

00:40:28: Ja ich glaube das ist so'n bisschen die größte Challenge.

00:40:30: Hast du's vielleicht so zwei drei Beispiele an Kunden oder kundenähnlichen Situationen wo du sagst Das sind so die typischen Situationen die bei uns aufschlagen einfach, dass man... so eine Orientierung hat, Menschen die bei euch anrufen oder die Hilfe von euch in Anspruch nehmen.

00:40:49: So zwei drei Beispiele.

00:40:50: wie sieht's bei denen aus?

00:40:52: Was findet ihr davor?

00:40:53: Also es gibt definitiv Unterschiede.

00:40:55: und dadurch dass wir das Maßnahmenmodell ja auch angepasst haben Es ist nicht so, dass jeder Klient tatsächlich so eine extreme Überfrachtung hat Wir müssen natürlich auch überlegen okay, es sind doch meistens alleinstehende Personen.

00:41:09: Wohnraum in München ist teuer.

00:41:12: Wie viel Wohnraum haben sie dann tatsächlich.

00:41:15: Also dann war es meistens eine Einzimmerwohnung, dann sprechen wir irgendwas von zwischen dreißig und vierzig Quadratmetern.

00:41:21: und dann haben die aber vielleicht natürlich schon auch Familie gehabt, haben mal in einer Vierzimmer Wohnung vielleicht sogar in einem Haus gelebt und dann musste Tod der Angehörigen Kinder ausgezogen das alles auf Dreißig Quadratmeter reduziert werden.

00:41:38: und wir alle haben doch verbinden, manche Erinnerungen.

00:41:42: Absolut!

00:41:42: Ich meine als Mama hast auch du noch den Body, den ersten Body und solche Sachen.

00:41:47: und umso mehr das Leben voranschreitet, um so mehr hängen wir alle ein wenig an diesen Erinnerung und verknüpfen die mit irgendetwas.

00:41:57: Und so kommt es ganz oft vor dass wir dann einfach bei einem Klienten ankommen und Es ist... Die Wohnung ist einfach voller Erinnerungs.

00:42:08: Und da gilt es dann natürlich, das ist auch sehr schwierig zu wissen.

00:42:12: Okay wovon kann man sich trennen?

00:42:14: Was kann man vielleicht ohne den Faktor der Erinnerung sozusagen zu verlieren einen Zwischenlösung finden wie beispielsweise ein abfotografieren oder ähnliches damit diese Dinge doch reduziert werden können?

00:42:31: Dann haben wir schon Personen die aufgrund von körperlichen Leiden einfach vergessen, also im wahrsten Sinne auch vergessen worden.

00:42:40: Die haben keine Angehörigen, die haben ihr ganzes Leben lang gearbeitet gehen dann in die Rente.

00:42:44: so typische Switchpoint dass sie sozusagen dann in einer anderen Etappe ihres Lebens ankommen und in irgendeiner Form sich selbst trotz alledem weiter befriedigen wollen, eine Aufgabe nachgehen wollen.

00:43:00: Auch mit der Erinnerung des Jobs vielleicht.

00:43:03: Wir haben Personen aus allen Schichten.

00:43:04: wir haben da Akademiker die dann beispielsweise einfach noch die ganze Fachliteratur von damaliger Arbeit bei sich zu Hause lagern und davon sich dann trennen was ja auch irgendwo einen ausgemacht hat.

00:43:20: Wir natürlich auch Identität über berufliches und so weiter, über unsere Familie.

00:43:24: Über das was wir erreicht haben.

00:43:26: dadurch identifizieren wir uns zu dem wer wir sind.

00:43:29: ja deswegen kann man das finde ich nicht so einfach abtun.

00:43:33: also obwohl wir alle recht haben wir können wir kommen und gehen mit nichts.

00:43:37: Trotz dessen begleitet uns unsere Identität natürlich über unser ganzes Leben hinweg.

00:43:42: Und wir sind auch so sozialisiert worden, dass man das nachweisen muss und so kann ich das schon nachvollziehen.

00:43:50: Das muss man dann auch aufarbeiten.

00:43:52: Dann sind natürlich auch Ängste im Spiel.

00:43:54: Also wenn

00:43:55: du zum Beispiel dir vorstellst ... Wir haben da wirklich jemanden gehabt der beim Finanzamt beispielsweise gearbeitet hat.

00:44:02: Und der hat dann natürlich schon da auch eine gewisse Strukturordnung und Regelkonformen, und das wirft man nicht weg.

00:44:14: Auch wenn du theoretisch die Nachweispflicht zehn Jahre später erlischt sozusagen – aber dann hat man trotzdem dreißig vierzig fünfzig Jahre Dokumente, die nicht weggeschmeißt.

00:44:26: Bücher schmeißt man außerdem ja auch nicht.

00:44:28: Ja, das ist korrekt!

00:44:28: Also da wird der Wert, den man dem Ganzen dann natürlich gibt... Das sind so...

00:44:34: Und die ist sehr individuell?

00:44:36: Ich habe nur gesagt, dass es korreakt ist und was die Menschen eben sagen.

00:44:40: Hier haben wir noch ein Buch über das wir noch kurz reden.

00:44:45: Aber die Tatsache ist jeder misst diesen Dingen einen unterschiedlichen Wert bei.

00:44:52: Das glaube ich noch mal.

00:44:52: ein anderer Podcast, den wir auch noch zusätzlich machen müssen ist zu verstehen dass nur weil Ich es wertvoll empfinde.

00:44:59: Es für die anderen Menschen keinen Wert haben könnte.

00:45:02: und das einfach sich einzugestehen ist ja erstmal okay.

00:45:05: jetzt habt ihr du hast einen buch mitgebracht.

00:45:08: häng dein Herz nicht an Dinge von vedigo von wedel.

00:45:13: was ist dieses Buch?

00:45:14: worum geht's?

00:45:16: Also da würde ich natürlich liebend gerne das Wort an den Video übergeben, dass er tatsächlich die Vorstellung des Buches macht.

00:45:22: Wir verlinken den Podcast hier!

00:45:24: Das machen wir auf jeden Fall.

00:45:26: Also ich bin unheimlich stolz, ich muss das... Ich kann das nur mehrfach wiederholen!

00:45:30: Ich darf ja in die Fußstapfen meines Kollegen treten der dies jetzt auch seit über drei Jahrzehnten auch mit begleitet hat und in diesem Buch hat er unter anderem auch nochmal unsere Sicht und wie wir die Umsetzung der Sozialarbeit, der sozial-hydagogischen Arbeit dann in solchen prekären Situationen auch tatsächlich umsetzen möchten und wollen.

00:45:51: also da ist es in den vielen vergangenen Jahren ist ganz viel über Try and Error natürlich auch gegangen und welche Erfahrungen uns an den Punkt gebracht haben, wie wir der Meinung sind dass man mit diesen Personen auch umgehen darf.

00:46:04: Also auch den Punkt den ich gerade schon erwähnt hatte, wir sind immer zu Gast also das ist der Wohnraum von jemand Anderem.

00:46:14: Wir sind zu Gast Wir fragen, ob wir Türenfenster Schränke öffnen dürfen oder auch nicht.

00:46:20: Wir fragen was weg darf und was nicht und am Ende entscheidet der Klient.

00:46:25: Und ich glaube da ist eben auch ganz, ganz groß immer die Angst also dass wenn man dann von außen sich jemanden mit reinholt das man da auch mit einem gewissen Respekt einfach der Person und den Dingen.

00:46:41: Und dem Leben dann im Endeffekt

00:46:43: auch

00:46:43: umgeht?

00:46:43: Ja, das ist übrigens bei den Ordnungsexperten exakt das Gleiche.

00:46:46: wir bilden ja auch aus und genau darum geht es.

00:46:49: Es geht nicht darum ein System überzustülpen und nur weil der Ordnungsexperte zum Beispiel so lebt Wir haben mal eine Video gemacht wie Ordnungsexperten leben die leben auch sehr unterschiedlich kommen aber nicht und sagen So jetzt stülpe ich dir das System um dass für mich funktioniert.

00:47:03: Das ist eben nicht so.

00:47:05: Genau und bei euch ist nochmal ein anderer Ansatzpunkt da ein anderer Hilfe rufen nochmal zum anderen Zeitpunkt.

00:47:13: Grundsätzlich möchte ich glaube einfach sagen, es gibt Hilfe!

00:47:17: Wir blenden auch ja unten in den Show-Notes packen wir alles rein was egal wo man wohnt und sich Hilfe holen kann.

00:47:23: das Messytelefon gibt es an dieser Stelle auch noch mal einen Aufruf?

00:47:26: natürlich dass gespendet werden darf richtig?

00:47:29: Das Hilfetelefon ist ein spendenbasiertes Angebot von

00:47:35: euch.

00:47:36: Das hängen wir natürlich auch unten dran, weil genau das sind die Themen, die wir brauchen.

00:47:40: Und gibt es abschließend noch was wo du sagst?

00:47:44: Ich könnte jetzt noch zwanzig Fragen stellen.

00:47:46: ich bin ehrlich mit dir.

00:47:48: Irgendwas was du wo du sagtest, das möchte ich gerne nochmal mitgeben oder...

00:47:53: Also auch wenn Es manchmal ausweglos scheint, gibt es meistens eine Möglichkeit der Hilfe.

00:48:03: Und ich wünsche mir einfach für alle Betroffenen dass sie den Mut fassen und nach Hilfe suchen.

00:48:11: Dazu kann jederzeit beim Messiehilfe-Telefon angerufen werden.

00:48:13: Auch hier beraten wir immer sehr gerne, also das ist unabhängig, dass es bundesweit nicht nur auf München bezogen und für alle Personen in München können natürlich immer ans Sozialbürgerhaus gehen und sich nach entsprechenden Maßnahmen erkundigen.

00:48:30: Es machen!

00:48:31: Ich glaube, das macht es.

00:48:32: Ja, es ist TU ein, das ist immer das, gell?

00:48:34: Genau – und über den Schatten springen.

00:48:37: Es gibt viele andere Menschen,

00:48:39: denen

00:48:39: es auch so

00:48:40: geht.

00:48:43: Man ist nicht allein?

00:48:43: Nein!

00:48:44: Ich glaube das ist doch ein hervorragender Abschlussversatz.

00:48:46: Vielen Dank, dass du da warst und uns Rede und Antwort gestanden hast.

00:48:50: Und ich hoffe, dass wir damit jetzt viele Menschen aufklären konnten und dass sie den Mut fassen und sagen okay, ich melde mich jetzt, ich nehme es in Angriff.

00:49:00: Das wünsche ich mir auch.

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